Agenturen erklären gern, was Kunden an ihrer Website ändern sollten. Die eigene Website bekommt dabei oft am wenigsten Aufmerksamkeit – "der Schuster hat die schlechtesten Schuhe" gilt auch hier oft genug. Wir haben unsere eigene Seite deshalb genauso behandelt wie ein Kundenprojekt: mit einem echten Audit, echten Prioritäten, und ohne uns selbst einen Rabatt zu geben.

Der Ausgangspunkt

Der erste Blick zeigte mehrere Dinge, die wir bei einem Kunden sofort angesprochen hätten. Die Startseite zielte auf "Webagentur Österreich" statt auf die konkrete Region, in der wir tatsächlich sitzen. Über die Jahre waren 25 Demo-, Konzept- und teils noch laufende Kundenprojekte als eigene, crawlbare Unterordner auf derselben Domain gelandet – jedes davon ein Konkurrenzsignal gegen die eigene thematische Relevanz für "Webagentur Vorarlberg", weil Google die Seite dann als Sammelsurium aus Pizzerien, Installateuren und Weinhandel liest statt als Webagentur. Und in einem Unterordner lag ein altes, nie fertiggestelltes Admin-Panel mit einem hartcodierten Passwort im Quelltext – zum Glück nie öffentlich erreichbar, aber ein Fund, den wir sofort entfernt haben, statt ihn liegen zu lassen.

Was wir zuerst behoben haben

Das Google Business Profile war unvollständig – fehlende Öffnungszeiten, keine Leistungen mit echten Preisen hinterlegt, kaum Fotos. Das haben wir vervollständigt. Parallel dazu haben wir eine Adress-Inkonsistenz gefunden: Schema.org-Markup und Google Business Profile nannten zwei unterschiedliche Hausnummern für dieselbe Adresse – ein klassischer NAP-Fehler (Name, Address, Phone), der Suchmaschinen verwirrt, welche Angabe stimmt. Die robots.txt haben wir bereinigt, um diese 25 Kundenprojekte von der Indexierung auszuschließen. Und die Startseite haben wir von "Webagentur Österreich" auf "Webagentur Vorarlberg" umgestellt – spezifischer, und tatsächlich wahr, weil das unser echter Markt ist.

Problem Maßnahme
Startseite zielte auf "Webagentur Österreich" Umstellung auf "Webagentur Vorarlberg" – spezifischer und der echte Markt
Google Business Profile unvollständig (Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos) Profil vollständig ausgefüllt
NAP-Fehler: unterschiedliche Hausnummern in Schema.org und GBP Adressangaben synchronisiert
25 Demo-/Kundenprojekte als crawlbare Unterordner auf der eigenen Domain robots.txt bereinigt, Projekte von der Indexierung ausgeschlossen
Altes, unfertiges Admin-Panel mit hartcodiertem Passwort im Quelltext Sofort entfernt

Von Linkliste zu echten Case Studies

Unsere Portfolio-Sektion verlinkte bisher direkt auf die Live-Websites unserer Kunden – gut für die Kunden, aber ohne jeden eigenen Inhalt für unsere Seite. Wir haben drei echte Case-Study-Seiten gebaut (Rum4You, De Luca Export Marketing, Shinedup Detailing), jede mit echter Tiefe: was das Problem war, was wir gebaut haben, und was das Ergebnis konkret bedeutet – mit überprüfbaren Details statt vager Marketing-Sprache. Das gibt unserer eigenen Seite Substanz, statt nur nach außen zu verlinken.

Was Search Console uns gezeigt hat

Ein Blick in die Google Search Console zeigte etwas Konkretes: Die Suchanfrage "webentwicklung" hatte 49 Impressionen in den letzten drei Monaten, aber null Klicks, bei einer durchschnittlichen Position um Platz 15. Der Grund war einfach, sobald wir ihn gefunden hatten: Das Wort "Webentwicklung" tauchte auf der ganzen Seite nur einmal auf – versteckt in den Schema.org-Keywords, nirgendwo im sichtbaren Text oder in der Meta-Beschreibung. Google konnte die Seite also thematisch zuordnen, aber niemand, der "Webentwicklung" suchte, sah in den Suchergebnissen einen Text, der zu seiner Suche passte. Wir haben das Wort in die Meta-Beschreibung, die Open-Graph-Beschreibung und eine sichtbare Leistungs-Überschrift aufgenommen. Ob sich das in Klicks niederschlägt, wissen wir erst mit neuen Daten – aber der Mechanismus dahinter war eindeutig.

Die Lektion dahinter ist eigentlich einfach, aber leicht zu übersehen: Ein Keyword im strukturierten Markup zu haben reicht nicht, wenn es niemand in der Suchvorschau lesen kann. Suchmaschinen und Menschen brauchen beide denselben sichtbaren Text, um zu erkennen, dass eine Seite zur Suchanfrage passt – nicht nur die Maschine im Hintergrund.

Eigene Seiten statt nur Anker-Links

Unsere Leistungen (Webdesign, Webentwicklung, E-Commerce, SEO & Performance) standen bisher nur als Sprungmarken-Abschnitte auf der Startseite. Eine Sprungmarke ist aber keine eigenständige URL, die für "Webdesign Vorarlberg" ranken kann – nur die Startseite als Ganzes kann das, und die muss gleichzeitig für alle vier Themen stehen. Wir haben deshalb vier eigene Seiten gebaut: Webdesign, Webentwicklung, E-Commerce und SEO & Performance, jede mit eigenem Titel, eigener Struktur und eigenen FAQ.

Was noch nicht fertig ist

Wir haben außerdem eine llms.txt-Datei und strukturierte FAQ-Daten ergänzt, damit KI-Suchsysteme wie ChatGPT oder Perplexity unsere Inhalte leichter erfassen können – dieser Blog-Beitrag ist Teil derselben Initiative. Ob und wie stark sich all das in echten Rankings niederschlägt, zeigt sich erst über die nächsten Wochen und Monate anhand echter Suchdaten, nicht sofort. Wir werden diesen Beitrag aktualisieren, sobald wir belastbare Ergebnisse haben, statt jetzt schon Zahlen zu behaupten, die wir noch nicht messen können.

Wenn Sie denselben ehrlichen Blick auf Ihre eigene Website wollen: kostenloses Erstgespräch.