Wir haben an anderer Stelle ausführlich erklärt, warum wir standardmäßig kein WordPress bauen. Die ehrlichste Rückfrage, die uns Kunden danach stellen, lautet fast immer dieselbe: "Gut, aber wie ändere ich dann meine Texte, wenn ich Sie nicht jedes Mal anrufen will?" Diese Frage war lange unser schwächster Punkt. Jetzt haben wir eine echte Antwort: ein eigenes, kleines Content-System, das wir selbst gebaut haben.

Das Problem, das wir lösen wollten

Handgeschriebener Code ist schnell, sicher und exakt für den jeweiligen Zweck gebaut – aber er ist auch nicht per se selbst editierbar. Bis vor kurzem hieß das für unsere Kunden: Textänderungen laufen über uns, im Rahmen der monatlichen Content-Pflege. Für die meisten Änderungen ist das völlig ausreichend. Aber es gab immer wieder Fälle, bei denen jemand einfach nur schnell einen Preis oder eine Öffnungszeit ändern wollte, ohne auf eine E-Mail-Antwort zu warten.

Die naheliegende Lösung wäre gewesen, ein bestehendes Headless-CMS wie Sveltia oder Decap einzubinden – haben wir bei einem unserer ersten Kunden aus der Immobilienbranche auch getan. Das Problem: Diese Systeme sind für Entwickler gebaut, nicht für Endkunden. Anmelden funktionierte nur über einen GitHub-Account, und einen GitHub-Account einzurichten ist für jemanden, der einfach nur seine Website pflegen will, eine unnötige und abschreckende Hürde. Wir haben drei verschiedene Umgehungslösungen ausprobiert – eine zweite Login-Anbieter-Integration, eine zusätzliche Passwortsperre, einen gemeinsamen Bot-Account – und jede davon war entweder technisch unbefriedigend oder hat das eigentliche Problem nicht gelöst.

Was wir stattdessen gebaut haben

Am Ende war klar: Wenn keine bestehende Lösung wirklich zu unseren Kunden passt, bauen wir sie selbst. Herausgekommen ist ein kleines, eigenes Content-System, das komplett auf unserer eigenen Infrastruktur läuft, nicht bei einem Drittanbieter.

Die Anmeldung läuft ausschließlich über einen Link per E-Mail – kein Passwort zum Merken oder Zurücksetzen, kein Account bei GitHub oder sonst irgendwo. Sie geben Ihre Adresse ein, bekommen den Link zugeschickt, sind angemeldet. Nach acht Stunden Inaktivität läuft die Anmeldung automatisch ab, aus Sicherheitsgründen bei einem System mit Schreibzugriff auf eine echte Website.

Texte werden über eine normale Werkzeugleiste formatiert – fett, Überschriften, Listen, Tabellen – genau wie in einem gewohnten Textprogramm. Niemand muss Markdown-Syntax lernen oder Code sehen. Jede Änderung wird versioniert, lässt sich also bei Bedarf rückgängig machen, und kann als Entwurf gespeichert werden, bevor sie live geht. Bilder laden Sie direkt hoch, das System kümmert sich um Format und Größe.

Typisches Drittanbieter-CMS Unser eigenes System
Anmeldung Oft ein Account bei einem separaten Anbieter nötig Nur die eigene E-Mail-Adresse, kein Passwort
Texte formatieren Häufig Markdown- oder HTML-Kenntnisse gefragt Werkzeugleiste wie in einem Textprogramm
Wo laufen die Daten Bei einem Drittanbieter, oft im Ausland Auf unserer eigenen, europäischen Infrastruktur
Änderungshistorie Je nach Anbieter vorhanden oder nicht Jede Änderung versioniert, rückgängig machbar
Wartung Plugins und Drittanbieter-Updates Keine Plugins, kein separates Update-System

Wie das im Alltag aussieht

Sie öffnen die Verwaltungsseite, melden sich mit Ihrer E-Mail-Adresse an, wählen den Inhalt, den Sie ändern möchten, und bearbeiten ihn direkt. Ein Klick auf "Veröffentlichen" baut die Website neu und stellt die Änderung online – das dauert einige Minuten, weil im Hintergrund echte Tests laufen, bevor irgendetwas live geht. Genau dieser Test-Schritt ist der Grund, warum eine fehlerhafte Eingabe nicht versehentlich die ganze Website zerstören kann, ein Vorteil gegenüber Systemen, die Änderungen ungeprüft sofort veröffentlichen.

Unser erster Kunde auf diesem System kommt aus der Immobilienbranche und pflegt darüber seine Objektbeschreibungen selbst, inklusive Bildern und Ausstattungsmerkmalen – ohne dass dafür jemals eine E-Mail an uns nötig war.

Für wen das gedacht ist

Im Professional- und im WaaS-Paket ist der Zugang inklusive. Beim Essential-Paket, dem schlanken One-Pager, lässt er sich optional dazubuchen. Details dazu stehen in unserer Preisübersicht. Läuft Ihr Shop bereits über ein bestehendes System wie WooCommerce, bleibt dessen Verwaltung unverändert – unser Content-System kommt für die Seiteninhalte drumherum zum Einsatz, die keine eigene Shop-Logik brauchen.

Unsicher, ob das für Ihre Website Sinn macht? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns das gemeinsam an.